unsere philosophie
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Die ersten Gedanken an eine Hundepension, waren wohl eher scherzhaft.. Es begann damit, das in St.Gallen ein grosses Tierheim Nachfolger suchte und wir in einem "Wie wäre das toll.." und "Wäre es nicht lustig wenn wir.." Strudel endeten.

Das aus dieser Spinnerei tatsächlich mal ein ernsthaftes Projekt werden würde, dachte vermutlich niemand.

Vom ersten Tag an war immer klar das wir selber etwas aufbauen wollen hinter dem wir zu 100% stehen. Immer wenn wir vor Fragen standen, beispielsweise zu Haltungsformen, Boxengrössen, Tagsabläufen und und und, war der entscheidende Faktor "Was würden wir uns für unsere Hunde wünschen..?". So oft taten wir Möglichkeiten ab mit der Begründung das wir dies unseren Hunden nicht zumuten würden oder entschieden uns gegen etwas weil wir es nicht für das Beste für unsere Hunde hielten - eigentlich gehört diese Hundepension Nanu & June. Sie stecken von der Nasen- bis zur Schwanzspitze in allen Ideen, Angeboten und Gegebenheiten und heute können wir stolz sagen: Hier hin würden wir unsere Hunde geben.

In unserer Hundepension sind die Hunde nahezu ununterbrochen im Rudel unterwegs. Die Einführung und Eingewöhnung in dieses geschieht vorsichtig und unter verhaltenstherapeutischen Aspekten, jeder Hund soll sich wohlfühlen, unabhängig seines Charakters und seiner Vorlieben. Soweit es geht und die Wetterbedingungen dies zu lassen dürfen die Hunde sich draussen und/oder drinnen frei bewegen, wie sie es gerne möchten. Dennoch ist uns bewusst das es Hunde gibt die sich nicht so locker selber regulieren können, die wie kleine Kinder Grenzen und Pausen brauchen und die sich manchmal vor lauter Freude gar nicht eingestehen können das sie eigentlich ganz schön müde sind. Auch darauf achten wir - Ruhepausen und Erholungszeiten sind fester Bestandteil unseres Tagesablaufs. Am Nachmittag geht es zudem gemeinsam auf einen langen Spaziergang, denn auch hier sind wir der Meinung das dies zu hundefreundlicher Tagesgestaltung einfach dazu gehören muss.

Warum Rudelhaltung? Wir haben uns lange mit den verschiedenen Haltungsformen auseinander gesetzt, haben Zwingergrössen und Boxen aufgezeichnet und berechnet, nur um am Ende zum Schluss zu komme das wir das eigentlich gar nicht anstreben. Gemäss wissenschaftlicher Erkenntnisse ist nämlich die Rudelhaltung in fast allen Punkten der Einzel- oder Paarhaltung überlegen:

  • Trennungsstress vom eigenen Menschen wird durch die viele Bewegung, Interaktion mit den anderen Hunden und Aktivität verringert, so das der Hund seinen Aufenthalt entspannt geniessen kann

  • Hunde im Rudel sind messbar ruhiger und entspannter als wenn sie einzeln gehalten und vor allem alleine gelassen werden.

  • Eine Studie hat ergeben das Hunde aus Rudelhaltung statistisch gesünder sind als Hunde in Einzelhaltung

  • Wenn man das Verhalten betrachtet gibt es keinerlei Nachteile, im Gegenteil, das Sozialverhalten der Hunde kann häufig verbessert werden durch diese Form der Haltung

Ja, einen kleinen Nachteil hat die Rudelhaltung: Hunde sind Raubtiere, haben viele Zähne und können auch mal schlechte Laune haben. Natürlich geht man mit dieser Haltung ein gewisses Risiko ein, aber da wir beide bestens vertraut sind mit Hundekommunikation, Konfliktmanagement und Deeskalation, und auch beherzt eingreifen können sollten sich mal zwei Hunde so GAR nicht ausstehen können, wird auch diese Gefahr rasch erkannt und behoben.

...und wenn mein Hund Artgenossen zum Fressen gern hat? Als Verhaltenstherapeutin war es mir von Anfang an sehr wichtig das auch Hunde bei uns einen Platz finden welche nun mal nicht immer freundlich und gut gelaunt sind. Leider ist es platzmässig unmöglich eine unbegrenzte Anzahl Hunden einzeln unterzubringen, aber wir können zwei Tages- bzw. Ferienplätze anbieten für Hunde die lieber für sich sind. Diese Hunde erhalten genau dasselbe Programm wie die Hunde im Rudel; Freilauf auf der Wiese, Kuschel- und Ruhepause, sowie Spaziergang am Nachmittag. Nur eben ohne die nervigen Mitbewerber ;-)

 

Also was genau ist denn jetzt unsere Philosophie? Langer Rede kurzer Sinn..

  • Wir schätzen, achten, behandeln und respektieren jeden Hund als wäre es unser eigener

  • Uns ist bewusst das jeder Hund einen eigenen Charakter, individuelle Stärken und Schwächen sowie einen persönlichen Rucksack an Erfahrungen und Erlebnissen mitbringt. Wir begegnen jeder Fellnase offen, unvoreingenommen und liebevoll, ganz unabhängig seines Wesens. 

  • Jeder Hund wird von uns individuell betreut, was für Fido toll ist, muss für Bello nicht stimmen, entsprechend richten wir uns komplett nach den jeweiligen Bedürfnissen.

  • Wir setzen Grenzen und stellen Regeln für das gemeinsame Zusammenleben auf, aber wir arbeiten ohne jegliche Gewalt. Wir betrachten uns selber nicht als Polizisten sondern als Lehrer.

  • Jeder Hund soll sich bei uns so zu Hause fühlen, das er eigentlich am Abend gar nicht gehen will.

  • Die Hunde sind nie sich selbst überlassen. Sie haben stets Familienanschluss, werden betreut und überwacht, sie müssen nichts "selber regeln" oder "unter sich klären", sondern erhalten Förderung und Unterstützung im Zusammenleben

  • Als Verhaltenstherapeutin bin ich mit verschiedensten Trainingsphilosophien vertraut. Auch Hunde die beispielsweise nach BAT, ND oder mit Clickerkonditionierung aufgezogen werden sind bei uns willkommen, selbstverständlich behalten wir die gewohnte Trainingsphilosophie während des Aufenthaltes bei.

  • Wir führen auf den Spaziergängen und zu Hause artgerechte Beschäftigungen mit den Pensionshunden durch; so widmen wir uns beispielsweise der Fährtensuche oder arbeiten mit dem Futterdummy.

  • Wir nehmen maximal 8 Hunde, obwohl wir gemäss TSchV Platz für deutlich mehr hätten, denn uns ist wichtig für jeden einzelnen Hund Zeit zu haben und ihn so betreuen zu können wie er es benötigt.